Kick off in Ahrensburg: Digitalisierung ermöglicht verbesserte Qualitätssicherung

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Bauen gilt als eines der letzten Abenteuer. Entsprechend groß ist bei vielen Bauherren die Angst vor Baumängeln und deren Folgen – handelt es sich beim Hausbau doch für die meisten Bauherren um die größte Investition ihres Lebens.

Wie die Baucam funktioniert, davon konnten sich zahlreiche Besucher am Mittwoch ein Bild in der Villa Pomona in Ahrensburg bei Hamburg machen. Diese liegt inmitten eines der größten Neubaugebiete Norddeutschlands.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom baubegeisterten Schauspieler Till Demtrøder, eingeladen hatte der Verband Wohnsiegel e.V.: Wer Bauunternehmen, die Mitglied bei Wohnsiegel e.V. sind, beauftragt, kann sich sicher sein: Hier wird neueste Technik genutzt, um Mängel gar nicht erst entstehen zu lassen und zu vermeiden, dass Mängel überbaut werden können. Möglich wird dies durch das ,,Qualitätssicherungssystem mit einer Baucam“.

Hinter dem Begriff steckt geballte Kompetenz und Kooperation auf allen Ebenen: Die Ingenieure Helmut Fisch und Cord Tobaben sowie ihre Kollegen steuern den Prozess normalerweise aus der Prüf-Zentrale im niedersächsischen Harsefeld. Ihr Arbeitsplatz ähnelt einem „Cockpit“ und wurde in Ahrensburg aufgebaut; die Ingenieure haben Zugriff auf alle Daten und Zeichnungen zu jedem Bauprojekt beispielsweise der Viebrockhaus AG und deren Partner. Jeder Bauleiter und jede Handwerkerkolonne ist mit Baucams in Form von Tablet-PC’s ausgestattet. „Wenn es Fragen gibt und wenn sich die Bauausführung an den entscheidenden Punkten zur Zwischenabnahme befindet, wird die Baucam eingeschaltet und wir sind live dabei. So können wir mit der Kamera alle wichtigen Details kontrollieren und sie dokumentieren“, erläutert Diplom-Ingenieur Cord Tobaben. Dieser Qualitätscheck ist eine Ergänzung und Abrundung der Kontrollen, die jeder Bauleiter ständig vor Ort durchführt.

Dass dieses System hervorragend funktioniert, hat der digitale Besuch auf der benachbarten Baustelle bewiesen, der vor versammelter Presse live vollzogen wurde. Somit konnten alle Gäste erleben, wie der Bauleiter Herr Bestmann der GfG Hoch-und Tiefbau GmbH vom Prüfingenieur per Telefon zu den neuralgischen Punkten dirigiert wurde. Die Baucam ist für uns und unsere Kunden ein absoluter Gewinn, fügt im Interview auch GfG Geschäftsführer Norbert Lüneburg hinzu.

,,Das „Qualitätssicherungssystem mit einer Baucam“ bietet die Möglichkeit, die durchgeführten Sicherungstermine als „Digitale Baustellenbesuche“ nicht nur zu dokumentieren, sondern diese auch statistisch auszuwerten“, erklärt Heinz H. Lachmann, Vorsitzender von Wohnsiegel e.V., ,,dafür erhält das Reporting alle relevanten Daten über jedes einzelne Bauvorhaben und kann einen auswertbaren Qualitätssicherungsbericht erstellen.“ Aspekte, die auch äußerst wichtig für die Einhaltung der KfW-Förderrichtlinien sind.

Nach Fertigstellung bzw. Übergabe des Hauses wird den Bauherren ein Exposé als abschließende Projekt-Dokumentation für ihr neues Zuhause zur Verfügung gestellt.

In die Entwicklung dieses speziellen Qualitätssicherungssystems hat die Viebrockhaus AG viel know how investiert. Warum nun alle Wohnsiegel Verbandsmitglieder diese Innovation nutzen können, hat einen einfachen Grund: ,,Auch auf Baustellen geht es verstärkt um Kooperation und nicht um Konkurrenz. Es entspricht unserer Firmenphilosophie, unser Wissen zu teilen, nachdem wir es kurze Zeit als Alleinstellungsmerkmal nutzen konnten. Das führt dazu, dass auch wir dauerhaft gezwungen werden, uns zu verbessern. Und ganz ehrlich: Außerdem ist es für uns natürlich auch ein Geschäftsmodell!“, erläutert Wolfgang Werner, Vorstandsmitglied der Viebrockhaus AG. Am 15. Juni dieses Jahres wurde die Viebrockhaus AG bundesweiter Sieger beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag und bekam den Preis „We do Digital“ verliehen.

In Ahrensburg bewerteten alle Interessierten die Präsentation der Baucam als überzeugend. Bauen soll in Zukunft im Idealfall ein positives Abenteuer sein; am besten ohne Mängel – der Baucam sei Dank!

Weiterführende Informationen:
Verband Wohnsiegel – Das Europäische Markenhaus e.V.
Die in 2001 gegründete Initiative zur Qualitätssicherung im Ein- und Zweifamilien-hausbau will mit dem dazu ins Leben gerufenen „Verband Wohnsiegel – Das Europäische Markenhaus e.V.“ einen Mindeststandard für Projektentwickler und Bauunternehmen schaffen.
Die Schäden, die vor allem im Ein- und Zweifamilienhausbau durch insolvente Baufirmen und durch Pfusch am Bau entstehen, seien nicht akzeptabel, betont der Vorstandsvorsitzende, Heinz H. Lachmann. Der Verband Wohnsiegel soll deshalb die Qualität der Anbieter von Massiv- und Fertighäusern jährlich prüfen, deren Bonität beurteilen und durch Verleihung des Wohnsiegels für deren Seriosität bürgen. Die technische Qualität wird durch Baufachleute und/oder Ingenieure überprüft und die Bonität regelmäßig durch Wirtschaftsprüfer. Auch werden die Vertragswerke mit den Kunden juristisch auf Verbraucherfreundlichkeit und auf Fallstricke abgeklopft, die dem Verbraucher zum Verhängnis werden könnten.
www.wohnsiegel.de

DIN CERTCO
Die DIN CERTCO, 1972 vom DIN (Deutsches Institut für Normung e. V. für die Vergabe der DIN-Zeichen) gegründet, bietet die Zertifizierung von Produkten, Personen, Dienstleistungen sowie Unternehmen auf der Basis von DIN-Normen und ähnlichen Spezifikationen an. Dazu gehören jetzt auch die „Qualitätssicherungssysteme für Massivhäuser“. Viebrockhaus ist das einzige Unternehmen, das die hohen Anforderungen des Zertifizierungsprozesses erfüllt. www.dincertco.de